Sonntagmorgen.
Ein vermeintlich ruhiger Tag. Aber in meinem Kopf dreht sich das Gedankenkarussell schon vor dem ersten Kaffee.
Willkommen in meinem Sonntag.
Langsam öffne ich meine Augen. Schlaftrunken blicke ich durch den Raum und höre leise den Regen vor dem Fenster prasseln. Hell? Habe ich verschlafen?
Mein Arm tastet blind in Richtung Handy. Unbeholfen fädele ich das Ladekabel aus der Buchse, ziehe das Gerät zu mir heran und versuche – halb blind, ohne Brille – auf dem Sperrbildschirm die Uhrzeit zu erkennen. Unnütz.
Erneut strecke ich die Hand aus, ertaste das Brillengestell, dabei im letzten Winkel meines erwachenden Verstandes darauf konzentriert, keine Fettflecken auf den Gläsern zu hinterlassen. Unnütz – wie sich versteht.
Während ich sie aufsetze und mein Blick langsam klarer wird, sehe ich die unschönen Schlieren und dahinter: 10:30 Uhr.
Wann bin ich nochmal ins Bett? 6 Uhr? Gut, dann kann man ja mal aufstehen.

🚿 Erste To-Dos beim Zähneputzen – und das Karussel dreht sich

So sieht ein Sonntag mit Gedankenkarussell bei mir aus – manchmal chaotisch, oft produktiv, immer lebendig.
Während ich meine Schmutzwäsche zusammensuche und mich Richtung Bad bewege, mich ausziehe und neue Kleidung bereitlege, rattert es bereits in meinem Kopf: Was steht heute an?
Ein besonders vorwitziger Teil meines Verstandes glaubt, mich foppen zu können, indem er mir souffliert:
„Nichts, es ist Sonntag!“
Aber darauf lässt sich der Rest meines Bewusstseins nicht ein.
„Ha!“ rufe ich mir selbst innerlich entgegen. „Das wäre ja noch schöner! There are things to do!“
Es ist die Stimme jenes inneren Erzählers, der alles in meinem Leben gerne mit besonderer Betonung unterlegt.
Er spricht fließend kursiv.
🧠 Gedankenkarussell & Multitasking: Willkommen in meinem Kopf
So gehe ich also durch, was zu tun ist, was zu tun sein sollte – und noch ehe ich die Dusche verlassen habe, weiß ich:
„Haare, Kaffee – Mails & Co bei Radio & Hundestreicheln.“
Aber natürlich bleibt es nicht dabei.
Mein Gehirn spult offene Tasks so flüssig ab wie das Wasser den Schlaf der Nacht.
„Offene Terminplanungen, E-Mail-Antworten, Besuche, Sport, Videoplanung, Konzeption, Anrufe, Kochen, Skripte schreiben, Texte für die Website, Architekturvisualisierung 4 Fun.“
Und direkt im Anschluss folgt die erste Welle von Priorisierungen und Abhängigkeiten:
„Okay, G. kann ich erst antworten, wenn ich weiß, wann die Visu fertig ist. Wenn ich M besuche, kann ich auf dem Rückweg bei P vorbeifahren. Für das neue Video brauche ich das Skript – also: Texte weiterschreiben.“
Bis ich den ersten Kaffee getrunken habe, sind zum normalen Tagesablauf noch etwa 20 weitere Dinge hinzugekommen:
„Wenn ich herumfahre, könnte ich direkt dabei ein Video aufnehmen. Aber worüber rede ich? Nehme ich 1 oder 2 Kameras mit? Habe ich die dritte schon getestet?“
Und wieder springt mein Gehirn zurück zur Taskleiste:
„Für dein Video brauchst du nicht nur den Text, du musst auch die Umgebung vorbereiten. Den Schreibtisch im Studio leer räumen. Wäre es nicht klug, die Tür im Hintergrund noch zu streichen? Oder vielleicht ein Shot in die andere Richtung? Da steht doch die Staffelei. Oh, die Skizze von letzter Woche – die war mega! Links und rechts mit Schwarz grundieren, dann die Farben einfügen und mit dem großen Spachtel abziehen. Zwei Wochen trocknen lassen, dann die Motive aufbauen…“

☕ Zweiter Kaffee, erster Klartext

„Oh ja, ein neues Projekt ist genau das, was du jetzt brauchst.“
Kommentiert meine innere Kontrollinstanz.
Und während ich früher vermutlich direkt ins Studio gestürmt und an die Pinsel gegangen wäre, organisiere ich mir stattdessen einen zweiten Kaffee, setze mich an den Rechner, erledige Kommunikation, prüfe Technik, lade Geräte, schreibe diesen Exkurs in meine innere Welt.
„Weil das ja genau das ist, was die Leute – gerade bei LinkedIn – interessiert.“
Wie mein innerer Schiedsrichter anmerkt:
„Schreib doch gleich einen Tagebucheintrag und setz ihn auf deine Website – damit es jeder sehen kann!“
Und irgendwie fühlt sich das nicht mal falsch an.
Also landet dieser Text nun – mehr oder minder – auf zwei Plattformen.
Ich packe meine sieben Sachen, erledige die offenen Besuche, und der Plan für den weiteren Tagesverlauf steht auch.
🚀 Fazit zu einem Sonntag mit Gedankenkarussell.
Denn auch Ruhephasen sind oft sehr aktiv – im Kopf.
Und das ist okay.
PS: Es ist 23:35 – und ich habe einiges geschafft 🙂
Mehr über mich und meine Arbeit mit Aspienaut erfährst du hier.
